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Quartiersentwicklung Nürnberg - Langwasser H
Vom Leitbild der autogerechten Stadt zur urbanen Nachbarschaft

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"Es werden zu viele existierende Gebäude, die nicht alt sind, die noch ein Leben vor sich haben, und noch nicht ausrangiert sind, demoliert."

Anne Lacaton, französische Architektin und Hochschullehrerin. Sie und ihr Partner Jean-Philippe Vassal werden als „Pioniere für klimagerechtes und soziales Bauen“ bezeichnet. „Ihre Maxime lautet: Umbau statt Neubau. Sie demonstrieren dies mit einfachen Mitteln insbesondere an marode Sozialwohnbauten aus den Sechzigern.

Forschungsprojekt aus der Reihe Theorie und Stadt

Studierende der Fakultät Architektur an der TH Nürnberg untersuchen im Rahmen ihres Bachelor-Studiengangs bei Frau Prof. Ingrid Burgstaller, wie den klimatischen Herausforderungen mit einer intelligenten Innenentwicklung begegnet werden kann.

Das Projekt widmet sich der städtebaulichen und architektonischen Weiterentwicklung des Quartiers H in Nürnberg-Langwasser in Bezug auf die Fragestellung, wie die Transformation vom Leitbild der autogerechten Stadt zur urbanen Nachbarschaft gelingen kann.

Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene sind die strategischen Leitmotive in der Leipzig-Charta formuliert. In deren Logik gewinnt die 15-Minuten-Stadt an Bedeutung. Hierbei spielen Fragen zu treibhaussparenden Mobilitätsformen, zur optimalen Nutzungsvielfalt und -dichte, zur Qualität des öffentlichen Raums sowie zur Erdgeschossnutzung und -ausbildung eine Rolle.

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Baugeschichte der Nachbarschaft H

Die Entwicklung des Areals Langwasser H folgte den politischen Vorgaben der Nachkriegszeit, in kürzester Zeit möglichst viel Wohnraum zu errichten. Mit einer gegliederten, locker bebauten und autogerechten Siedlungsstruktur konnte Franz Reichel, Architekt BDA, 1956 den Wettbewerb gewinnen. Ein Wesensmerkmal Langwassers ist, dass der Stadtteil über einen längeren Zeitraum hinweg in Bauabschnitten bebaut wurde. So konnte bei jedem Quartier auf die Erfahrungen des vorangegangenen reagiert werden. Langwasser H entstand Anfang der 1960er-Jahre an der Striegauer und Ratiborstraße. Franz Reichel reagierte mit ersten Hofansätzen auf die damalige Kritik an der monotonen und wenig raumbildenden Zeilenbebauung des zuvor errichteten Baugebiets A/B (Salzbrunner und Reinerer Straße). 

Die drei bis neungeschossige Wohnbebauung der Nachbarschaft H entstand zwischen 1963 und 1966 und umfasste auch ein kleines Versorgungszentrum und Schulbauten.

Was hat unsere Stiftung damit zu tun?

Mit Fokus auf SDG 4 - hochwertige Bildung - sollte dieses Projekt in in erster Linie eine wertvolle Lernerfahrung für die Studierenden darstellen, das idealerweise den Blick für eine nachhaltige Stadtentwicklung schärfen hilft.

Ausgangspunkt war die Frage wie ein stark autoorientierter Siedlungsraum der 1960-iger Jahre in ein zeitgemäßes, lebendiges und klimaresilientes Stadtquartier transformiert werden kann. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema bedeutet also nicht nur eine planerische, sondern auch eine gesellschaftliche und ökologische Verantwortung.

Die fachübergreifende, integrierende Sicht auf die gestellte Aufgabe

konnte verdeutlichten, dass Transformation nicht zwangsläufig durch radikalen Abriss und Neuanfang entsteht, sondern oft durch das Weiterdenken und Weiterbauen dessen, was bereits vorhanden ist. Bestandsquartiere bieten hier eine große Chance, die Herausforderungen des Klimawandels, veränderte Mobilitätsbedürfnisse und neue Wohnformen zu berücksichtigen und gleichzeitig verantwortungsvoll und ressourcenschonend die Stadt von morgen zu gestalten.

(© Prof. Ingrid Burgstaller, BILD S.20)

(© Prof. Ingrid Burgstaller, BILD S.40)

Die Technische Hochschule Nürnberg ist ein wichtiger Innovationsmotor für die Metropolregion Nürnberg und mit 13.000 Studierenden bundesweit eine der größten Hochschulen ihrer Art. Sie entwickelt Ideen und innovative Lehrkonzepte für die Welt von heute und morgen und forscht zu den Schlüsselfragen unserer Gesellschaft. Neben den Fakultäten entsteht in den Kompetenzzentren, Instituten und interdisziplinären Forschungsplattformen wie dem EnergieCampus und dem Nuremberg Campus of Technology (NCT) erfolgreiche Forschung.

Als erste staatliche Hochschule in Deutschland legt die TH Nürnberg eine Gemeinwohl-Bilanz vor und stellt sich so ihrer Verantwortung für Gesellschaft und Gemeinwohl.

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