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Ernährungssicherheit

durch natürliches Düngen

im Norden Kameruns
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"Jahr für Jahr und Zentimeter für Zentimeter verlieren die Böden rund um den Globus an Humus.....Die intensive Bewirtschaftung der Ackerflächen auf unserem Planeten hat diesen Humusanteil auf durchschnittlich zwei bis drei Prozent schrumpfen lassen. Die Ursachen sind zu starke Bodenbearbeitung wie das Pflügen, zu starker Kunstdünger- und Pestizideinsatz, der Anbau von Monokulturen, immer schwerere Maschinen, die den Boden verdichten, die zu lange offen liegende Erde und natürlich die damit zusammenhängende Erosion." (2023)

"Rebellen der Erde", Benedikt Bösel

Ein Team von vier afrikanischen Studierenden  der Universität Ngaoundéré behandelt in einer Masterarbeit die Frage der Substitution chemischer Düngemittel in der Landwirtschaft im Norden Kameruns. Dazu charakterisieren sie die Böden im Norden Kameruns und analysieren die Eignung lokaler geologischer Materialien hinsichtlich ihrer Düngefähigkeit und entwickeln Methoden zur Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, ohne dabei dabei die Umwelt zu belasten. Das Forschungsprojekt besteht aus Literaturrecherche (Datensammlung zu Klima, Vegetation etc.), Feldphase (Bodenproben und Befragung von Bauern zu Anbautechniken etc.) und Laborphase (morphologische und chemisch-physikalische Analysen zur Erstellung einer Datenbank über die Böden der Region).
Diese Arbeit wird mittelfristig dazu beitragen, den Bauern und den gemeinschaftlichen Initiativgruppen des ländlichen Sektors Techniken für die nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung von Böden zur Verfügung zu stellen. Somit wird ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Bodendegradation geleistet, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

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Das Projektteam: Frau Aure Nina Kenmeugne Kamsu und die Herren Jérome Koyang, André Babe, René Marfa Semangue (© 3 E's 4 Africa e.V., 2023)

Die 4 Projekt-Standorte im Norden Kameruns (© 3 E's 4 Africa e.V., 2023)

3E's 4 Africa

hat für dieses Forschungsprojekt in einem standardisierten Bewerbungsprozess vier Studierende ausgesucht, die bei der Durchführung und Erstellung der Masterarbeit während der gesamten Projektdauer durch Mitglieder von 3 E's 4 Africa e.V., vor allem aber auch durch Mentor*innen und Wissenschaftler*innen vor Ort unterstützt und betreut werden.

Der Supervisor des Teams ist Jean Pierre Nguetnkam, Professor am Institut für Geowissenschaften der Université de Ngaoundéré. Er forscht in den Bereichen Mineralogie, Umwelt- und Geowissenschaften und konzentriert sich dabei auf den Norden Kameruns.

Mehr zum Projekt auf der Seite von 3E's 4 Africa

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Eine Stimme aus der Bewerbung des Projektteams: "Ich möchte den Bauern in meinem Ort helfen, eine Alternative zu chemischen Düngemitteln zu finden. Indem wir die Böden mit Düngemitteln aus Granit remineralisieren, können wir das Problem der Ernährungsunsicherheit lösen und die Fruchtbarkeit der Böden wiederherstellen, ohne die Umwelt zu verschmutzen."

Unsere Stiftung

finanziert die komplette Durchführung des studentischen Projekts für Umwelt und Ernährungssicherheit. 

Langfristig nachhaltig im Sinne der SDGs (Sustainable Development Goals) sind insbesondere die folgenden Aspekte: 

  • Vermeidung von Hunger, da das Projekt sich der wissenschaftlichen Forschung zur Nahrungsmittelknappheit widmet, und somit nachhaltig zur Bekämpfung von Hunger in diesen Regionen beitragen soll

  • hochwertige Bildung, da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, bei dem die Studierenden Fähigkeiten bezüglich einer nachhaltigen Entwicklung in ihrem Land erlangen

  • Klimaschutz, da das Ziel des Projektes ist, Folgen des Klimawandels in den Zielregionen auszuarbeiten, um Klimamaßnahmen zu ergreifen

Wir erkennen mit unserer Förderung die drei primären Ziele von 3 E's 4 Africa an:

  • Finden lokaler Lösungen für lokale Probleme zur Unterstützung der Bevölkerung bei der Schaffung eines Bewusstseins für Umwelt- und Klimaschutz

  • Möglichkeit für die Studierenden, praktische Erfahrungen während des Studiums zu sammeln und im Idealfall wirtschaftliche Perspektiven für sich selbst und ihre Region aufzubauen

  • Chance für Kamerun, mit den Studierenden Changemaker für einen nachhaltigen Wandel im eigenen Land zu gewinnen

3 E's 4 Africa e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und führt Aktivitäten und Projekte zur Förderung der Bildung (Education) afrikanischer Studierender und Promovierender durch. Er widmet sich der Befähigung (Empowerment) oben genannter afrikanischer Studierender und Promovierender an Hochschulen in Afrika und der Umweltverträglichkeit (Ecofriendliness) der geförderten Forschungsprojekte. Aus diesen drei Säulen ist der Name 3 E’s 4 Africa gewachsen. Die ursprüngliche Idee und somit das Fundament für die Vereinsgründung ist auf einen kamerunischen Studenten zurückzuführen.

Contimi Kenfack Mouafo

Die Innovation und Zukunft Stiftung gratuliert zur Ehrung als "Student des Jahres" 2024 für die Gründung des Vereins 3 E's 4 Africa.

Deutsches Studierendenwerk und Deutscher Hochschulverband ehrten den aus Kamerun stammenden Contimi Kenfack Mouafo, Student der Elektrotechnik an der RWTH Aachen, als „Student des Jahres“ 2024.

Bei 3 E's 4 Africa unterstützen internationale Studierende mit unterschiedlichsten fachlichen Kompetenzen in Deutschland Kommiliton*innen in Afrika, die vor Ort Aufklärung und Forschungsprojekte zu den Themen Energiewende, Klimawandel-bekämpfung und -anpassung betreiben. Afrikanische Studierende und Promovierende sollen dazu befähigt werden, selbst über eigene Forschung innovative und nachhaltige Lösungen für ihren Kontinent zu entwickeln und damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen zu leisten.

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Das Projektteam mit seinem Supervisor (Mitte) (© 3 E's 4 Africa e.V., 2023)

Exkurs: Klimakatastrophe, Kriege und Migration

Ohne produzierendes Gewerbe, Industrie- und Technologiestandorte bilden der Verkauf von Ressourcen und der Anbau landwirtschaftlicher Produkte meist die einzigen Einkommensquellen für Menschen in Afrika. Vor diesem Hintergrund herrscht in sehr vielen afrikanischen Ländern eine hohe Arbeitslosigkeit und besonders ein Mangel an qualifizierten Arbeitsplätzen für junge Akademiker:innen. Als Folge gibt es neben Menschen, die wegen Krieg und Hungersnöten fliehen, eine große Anzahl, die versucht, in anderen Kontinenten Arbeit zu finden. Jedoch werden ausgerechnet diese oft sehr motivierten Menschen in ihren Heimatländern benötigt, um einen Wandel im eigenen Land zu bewirken.


Darüber hinaus sind es vor allem die afrikanischen Länder, die die Konsequenzen des menschengemachten Klimawandels, wie z.B. längere Dürren, zu tragen haben, obwohl Afrika Stand 2019 für weniger als 4 % der globalen CO2 Emissionen die Verantwortung trägt.  Infolge der Dürren kommt es vermehrt zur Verknappung an sauberem Trinkwasser. Außerdem sind die Böden in den Regionen von Erosion und Degradation betroffen.

 

Um die Nahrungsmittelproduktion möglichst schnell zu steigern, werden vor allem stickstoffhaltige Düngemittel auf Basis von Ammoniak verwendet. Das Problem dabei ist, dass derartige landwirtschaftliche Aktivitäten die Bodenqualität dauerhaft herabsetzen und die Böden oftmals unbrauchbar werden - der letzte Rest funktionierender Ökosysteme also vollends zerstört wird. Bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung resultiert daraus häufig ein weiteres Problem, und zwar das der Landflucht.
 

Eine der zentralen Aussagen des Berichts der Vereinten Nationen zur Migration von Afrika nach Europa (United Nations Development Report – Scaling Fences 2019) ist ein Aufruf, die jungen Menschen in Afrika bei der Gestaltung der Zukunft besser einzubinden. Laut der durchgeführten Befragungen im Rahmen der Studie ist der durchschnittliche nach Europa migrierte afrikanische Mensch 24 Jahre alt, hat mit 57 % Wahrscheinlichkeit mindestens eine Hochschulreife erworben und kommt mit 60 % Gewissheit aus mangelnden Perspektiven nach Europa. 

Ein zunehmendes Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt, vermittelt vor allem durch die jungen akademischen Hoffnungsträger*innen, ist ein wichtiger Faktor für die Gestaltung einer nachhaltigen sozialen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung - in Afrika wie überall auf unserem Planeten.

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