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Curriculum Z

Zukunftskompetenzen für Transformation und nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert

Klassische BWL-Studiengänge sind maßgeblich durch Annahmen, Methoden und Modelle geprägt, die einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Wirtschaftsweise nicht gerecht werden können. Damit wird Zeit vergeben, junge Menschen adäquat auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und entsprechende Kompetenzen zu vermitteln.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen werden durch die aktuellen Beiträge von Staaten, Kommunen und Organisationen nicht erreicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Problemen und Lösungsmöglichkeiten liegen seit Jahren vor und werden zunehmend ausdifferenzierter. Konträr dazu mangelt es gleichzeitig an konkreten Umsetzungskompetenzen und -maßnahmen, die großen gesellschaftlichen und psychosozialen Herausforderungen zu lösen.

 

Auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Betriebswirtschaftslehre kann mit Suffizienz- und Konsistenzstrategien für Produktion und Konsum postwachstumsorientierte Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle weiterentwickeln. Die Erarbeitung und Vermittlung von Zukunftskompetenzen für Transformation und nachhaltiges Wirtschaften stellt somit den zentralen Gegenstand dieses Pilotprojekts dar.

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Das Forschungsprojekt Curriculum Z.

Die Aufgabe

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der SDGs erfordert Kompetenzen und Ressourcen. In der Hochschulbildung soll nun in die Entwicklung und Vermittlung von Kompetenzen zum Umgang mit zukünftigen Herausforderungen in Ökonomie und Betriebswirtschaft investiert werdenCurriculum Z. wird dabei vorrangig auf soziale und kulturelle Innovationen auf Basis folgender, grundlegender Fragestellungen zugeschnitten:

  • Welche Kompetenzen und Fertigkeiten benötigen (angehende) Betriebswirt*innen, um eine sozial-ökologische Transformation partizipativ und wohlfahrtsorientiert zu gestalten?

  • Wie werden Inhalte, Theorien, Modelle und Lösungsansätze der Wirtschaftswissenschaften in den jeweiligen Fächern weiterentwickelt?

  • Wie werden diese Kompetenzen methodisch-didaktisch am besten vermittelt und wie werden Lernende dazu motiviert, sich diese umsetzungsorientiert anzueignen?

Der Weg

Im Bereich der Lehre wurde der Studiengang „Management in der Ökobranche“ mit der SPO-Änderung 2021 im Fächerkanon bereits mit neuen und erweiterten Fächern auf starke Nachhaltigkeit ausgerichtet. 

Der umfassende Bildungsansatz lässt sich exemplarisch am bereits zum Wintersemester 2021 eingeführten Studium Fundamentale aufzeigen:

Da in den betriebs- und naturwissenschaftlichen Fächern elementares Wissen und Schlüsselkompetenzen als Grundlage demokratischer und kultureller Zukunftsgestaltung nur in sehr beschränktem Maße vermittelt werden können, soll das neue Fach "Studium Fundamentale" diese Lücken mit Grundlagen in Philosophie und Ethik, Kommunikation und Wirkung von Sprache schließen.

Die Auswirkungen neuer Technologien auf Selbststeuerung, soziale Interaktion und Aufmerksamkeitsselbstkontrolle sollen kritisch reflektiert werden. Durch Training von Ambiguitätstoleranz und eines adäquaten Umgangs mit Unsicherheiten bei transformatorischen Prozessen soll auch im Kontext sogenannter Nachhaltigkeitsdilemmata zu Resilienzfähigkeit und gestalterischem Reaktionsvermögen angeleitet werden. Die Ausbildung einer allgemeinen Kulturfähigkeit vor dem Hintergrund inter- bzw. transkultureller Kompetenzen, der Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und eines kritischen politischen Bewusstseins nimmt hier einen zentralen Stellenwert ein. Dabei werden unterschiedliche Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit einbezogen, die individuelle Lernpräferenzen der Studierenden berücksichtigen. Über eine kontinuierliche Feedbackstruktur werden Eigenverantwortlichkeit, Selbstlernkompetenz und Organisationsfähigkeit der Studierenden gestärkt.

Das Ziel

Zu entwickelnde Lehrangebote werden gemeinsam mit den Studierenden interaktiv und reflexiv ausgearbeitet, forschend begleitet und nach Kriterien der Wirksamkeit und Kompetenzentwicklung evaluiert. Neben einem Studium Fundamentale und jüngeren Disziplinen wie Ökosystem- oder Reproduktionswirtschaft werden „Klassiker“ der BWL so weiterentwickelt, dass sie zu einem verantwortungsvollen Wirtschaften im Rahmen der planetaren Grenzen beitragen können.

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Exkursion nach Plankstetten (Foto: Katrin Schwanke)

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Prof. Dr. Jan Niessen, Professur für Strategische Marktbearbeitung in der Biobranche und Allgemeine BWL und Studiengangsleiter „Management in der Ökobranche“ am Standort Neumarkt:

Das Forschungs- und Transferprofil von Prof. Dr. Jan Niessen findet sich auch in der Lehre wieder. So soll Curriculum Z. zu einer nachhaltigen Ausbildung angehender Betriebswirt*innen beitragen. Der Standort Neumarkt wird dabei zum forschungsstarken Reallabor für Management und Marktbearbeitung in der Ökobranche und setzt in Forschung, Lehre und Transfer auf starke Nachhaltigkeit sowie innovative Lösungen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Für die betriebswirtschaftliche Ausbildung zu nachhaltigem Wirtschaften eignet sich die Ökobranche als Vorreiter und Blaupause hervorragend. Kompetenzen zu Transformation und nachhaltiger Unternehmensführung sind in sämtlichen Wirtschaftsbereichen gefragt.

Zum Profil von Prof. Dr. Jan Niessen an der TH Nürnberg

"Wir haben in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft weniger Erkenntnisdefizite, sondern viel mehr Umsetzungsdefizite. Deshalb freut es mich außerordentlich, mit dem Projekt auch selbst aus Komfortzonen und Routinen herauszutreten und die Umsetzung forschend in den Blick zu nehmen. Das ist hoch aktuell und passt zur Betonung von Nachhaltigkeit in der bayerischen Hochschulreform und zur Decade of Action der Vereinten Nationen in den 2020ern." 

Link- und Literaturauswahl 

 

TH-Fächergruppe Nachhaltige Unternehmensführung auf der SustaiNable Conference Nürnberg:

https://www.th-nuernberg.de/news/4366-starke-beteiligung-der-fae/

Nachhaltigkeit und Interdisziplinarität bereits im Studium lernen:

https://www.th-nuernberg.de/news/4246-nachhaltigkeit-und-interd/

 

Studiengang „Management in der Ökobranche“:

https://www.th-nuernberg.de/de/fakultaeten/bw/studium/bachelor-management-in-der-oekobranche-ba/

5 -jähriges Jubiläum "Management in der Ökobranche" in Neumarkt: 

https://www.th-nuernberg.de/news/4429-5-jaehriges-jubilaeum-in-n/

Weiterentwicklung des Bachelorstudiengangs „Management in der Ökobranche“ am Standort Neumarkt:

https://www.th-nuernberg.de/news/4311-weiterentwicklung-des-bac/

 

Eigener Instagram-Kanal „Die Ökomanager“:

https://www.instagram.com/thn_dieoekomanager/

Interdisziplinäres Gespräch in der Zeitschrift Forum Sozial (3/2021):

„Nachhaltigkeit und Soziale Arbeit. Nur das eigene Süppchen kochen oder doch lieber ein Blick über den Tellerrand hinaus?“

Schwanke, K. (2020). Promoting the UN sustainable development goals in teaching, research and democratic urban life: Approaches to lifelong education for sustainable development. Training, Language and Culture, 4(4), 51-61. Doi: 10.22363/2521-442X-2020-4-4-51-61

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Unsere Stiftung

Um unseren Planeten für die Menschheit lebenswert zu erhalten, kommen wir um einen neuen Denkansatz im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens nicht herum. 

Wir möchten mit diesem Projekt einen Lehransatz praktisch unterstützen, der von unseren planetaren Grenzen und deren funktions- und reproduktionsfähigen Ökosystemen seinen Anfang nimmt. Zukünftig geltende Modelle und Theorien der Ökonomie und letztlich auch der BWL sollten sich davon ableiten lassen und auch die sozialen Dimensionen unserer demokratisch-humanistischen Werte berücksichtigen.

 

Innovativ und zukunftsorientiert finden wir an Curriculum Z. insbesondere:

  • Die Verbindung von geistes-, natur- und betriebswirtschaftlichen Inhalten als umfassende Grundlage zu konstruktiv-kritischem Denken, um nachhaltigkeitsspezifisches Handeln zu fördern.

  • Die Eignung des Projekts als exemplarisches Studienmodell. So kann es als Pilot auf andere Hochschulen bzw. Studiengänge übertragen werden und auch für die berufliche Fortbildung von Betriebswirten nutzbar sein.

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Die Technische Hochschule Nürnberg ist ein wichtiger Innovationsmotor für die Metropolregion Nürnberg und mit 13.000 Studierenden bundesweit eine der größten Hochschulen ihrer Art. Sie entwickelt Ideen und innovative Lehrkonzepte für die Welt von heute und morgen und forscht zu den Schlüsselfragen unserer Gesellschaft. Neben den Fakultäten entsteht in den Kompetenzzentren, Instituten und interdisziplinären Forschungsplattformen wie dem EnergieCampus und dem Nuremberg Campus of Technology (NCT) erfolgreiche Forschung.

Als erste staatliche Hochschule in Deutschland legt die TH Nürnberg eine Gemeinwohl-Bilanz vor und stellt sich so ihrer Verantwortung für Gesellschaft und Gemeinwohl.

 
Großartiger Zwischenerfolg

 

Am 26.07.2022 ist das Projekt „Curriculum Z. Zukunftskompetenzen für Transformation und nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert“ mit dem Förderpreis der N-ERGIE ausgezeichnet worden. Die festliche Preisverleihung zur Würdigung herausragender Abschlussarbeiten und Projekte durch Fördergeber*innen aus der Metropolregion fand bei bestem Wetter auf dem Campus am Keßlerplatz statt. Für die Entscheidung der Jury waren insbesondere die Aktualität, Zielsetzung und die daraus resultierenden Potentiale des zukunftsweisenden Projekts „Curriculum Z.“ ausschlaggebend. Wir freuen uns sehr darüber, denn es steht außer Frage, dass die Verknüpfung umfassender Kompetenzen mit exzellentem Fachwissen für eine Umsetzung starker Nachhaltigkeit in Unternehmen äußerst relevant ist. Eine entsprechend hochwertige Ausbildung der Studierenden, welche fundamentale Kompetenzen für nachhaltiges Handeln vermittelt, kann junge Menschen in besonderem Maße für eine gesunde Gestaltung von Gegenwart und Zukunft befähigen.

Offizielle Pressemitteilung der TH zur Veranstaltung

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Verleihung des Förderpreises der N-ERGIE, von links nach rechts: Daniela Tröster (N-ERGIE), Jan Niessen, Florian Matzak, Katrin Schwanke, Michael Domes (Projektteam CZ, TH Nürnberg), Christina Zitzmann (TH Nürnberg) (Foto: Melanie Scheller)